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  1. Beim FC Schalke 04 liegen nach der vierten Niederlage im vierten Spiel die Nerven blank. Die 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern war noch nicht besiegelt, da sorgte Franco Di Santo bei seiner Auswechslung in der 65. Minute für einen kleinen Eklat.

    Der Argentinier stapfte missmutig vom Feld, klatschte widerwillig mit Einwechselspieler Amin Harit ab, nahm gefrustet auf der Bank Platz und lieferte sich anschließend noch ein Wortgefecht mit Trainer Domenico Tedesco.

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    Wirbel um Di Santos Geste

    "Ich habe nur gesagt, er soll bitte ruhig bleiben. Weil er grundsätzlich laut war und gemeckert hat", erklärte Tedesco hinterher. "Das sind nicht wir. Wir sind sauber und intern eine kompakte Truppe. Das kann man ruhig nach außen zeigen. So eine Aktion ist einfach nicht fair gegenüber den Mitspielern, weil Jungs wie Amin brennen auf den Einsatz und tun alles dafür."

    Auf den TV-Bildern war zu erkennen, wie Di Santo in Tedescos Rücken schimpfend eine Sieben anzeigte. Ob der Argentinier damit möglicherweise auf einen Mitspieler - Mark Uth trägt bei Schalke die Rückennummer 7 - anspielte, wollte Tedesco nicht näher kommentieren. "Das habe ich so nicht interpretiert, aber ich werde in einer ruhigen Minute nochmal mit ihm sprechen", sagte Tedesco. 

    Tedesco und Fährmann kritisieren Di Santo

    Generell war der Schalker Trainer enttäuscht vom Verhalten des Stürmers. "Wir pushen ihn seit Monaten, obwohl er hier keinen leichten Stand hat. Ein bisschen gute Erziehung würde ihm nicht schaden", sagte Tedesco bei Sky.

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    Später ergänzte er: "Emotionen gehören dazu, aber wir dürfen nicht den Stil verlieren. Es ist wichtig, dass wir stilvoll miteinander umgehen." Im ZDF-Sportstudio legte Tedesco dann nochmals nach: "Es ist nicht sauber gelaufen. Da erwarten wir einfach mehr Respekt, gerade gegenüber den Mitspielern. Das sind wir so auch nicht gewohnt von ihm, dass weiß er auch. Das können wir so nicht stehen lassen - obwohl er eigentlich ein guter Typ ist."

    Späte Entschuldigung von Di Santo

    Der Südamerikaner gestand seinen Fehler noch am späten Samstagabend ein. "Vor allem möchte ich mich bei meinem Trainer, meinen Mitspielern und den Fans von diesem großen Verein entschuldigen. Ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe. Und es gibt nichts um meinen Fehler zu rechtfertigen, ich möchte sagen, dass mein heißes Blut und mein Wettbewerbsgeist mich verleitet haben", schrieb Di Santo bei Instagram. Er wolle immer spielen und gehe in jeden Zweikampf, als ginge es um sein Leben, ergänzte er.

    Auch Kapitän Ralf Fährmann verurteilte die Aktion Di Santos. "Ich weiß nicht, was Franco da sagt. Das geht nicht, das ist ein absolutes Unding von Franco. Das darf nicht sein", schimpfte Fährmann.

    Heidel kündigt Strafe für Di Santo an

    Auch Manager Christian Heidel kritisierte den Stürmer und kündigte Sanktionen an.

    "Das war ein kleiner Disput, Domenico hat ihm die richtige Antwort gegeben. Wenn er sich nicht richtig benommen hat, wird er dafür intern bestraft und dann ist das Thema erledigt", sagte Heidel.

    Das genaue Strafmaß werde er mit Tedesco besprechen. Insgesamt war Heidel aber darauf bedacht, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. 

    "Ich habe aber nicht das Gefühl, dass das ein Staatsakt war. Als so dramatisch habe ich es nicht empfunden", sagte Heidel - und gab Di Santo noch einen Rat: "Er sollte sich vielleicht ein Beispiel an Lewandowski nehmen, wie er die Auswechslung hingenommen hat. Das würde Franco auch gut zu Gesicht stehen."

  2. Ralf Rangnick hat offenbar rigoros auf das Fehlverhalten der beiden Stürmer Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin im Vorfeld der Europa-League-Partie gegen RB Salzburg reagiert.

    Nach Informationen der Bild am Sonntag stehen die beiden Franzosen nicht im Kader von RB Leipzig für das Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt (Bundesliga: Eintracht Frankfurt – RB Leipzig So. ab 18 Uhr im LIVETICKER). Zudem sollen sie eine Geldstrafe im fünfstelligen Bereich bezahlen.

    Wie die Bild zuvor berichtet hatte, fehlten Augustin und Mukiele am Donnerstag beim Umziehen in der Kabine, um stattdessen mit Kopfhörern im Ohr auf der Trainerbank im Stadion zu sitzen, wo sie offenbar mit ihren Handys spielten.

    Damit offenbar nicht genug: Durch die Verspätung des Duos beim Umziehen sollen die Leipziger schließlich zwei Minuten zu spät zum Aufwärmen auf den Rasen gekommen sein.

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    "Vor dem Spiel sind Dinge vorgefallen, die nicht gehen", wütete Rangnick auf der Pressekonferenz am Freitag. "Hätte ich das vor dem Spiel erfahren, hätte ich zwei Spieler bereits vor dem Spiel ausgewechselt und nicht erst in der Halbzeit. Manche haben sich nicht hundertprozentig auf das Spiel konzentriert."

  3. Überraschende Rolle rückwärts:

    Das Spiel in der B-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg Süd zwischen dem SV Mölschbach und der SG Hochspeyer ist nach einem Bericht der Rheinpfalz nun doch nicht durch einen Videobeweis von Schiedsrichter Peter Kremer entschieden worden. 

    Hohe Wellen hatte am vergangenen Wochenende die Nachricht geschlagen, dass Kremer den Siegtreffer zum 3:2 für den SV Mölschbach erst nach Ansicht eines vom stellvertretenden Mölschbacher Vorsitzenden Andreas Müller gedrehten Handy-Videos gegeben habe.

    Zunächst hatte der Unparteiische auf Abstoß entschieden, hieß es, weil er den Ball beim Pass auf Torschütze Kai Spengler im Aus gesehen hatte. Die SG Hochspeyer legte unmittelbar nach der Partie Protest beim Rheinland-Pfälzischen Verband ein, weil der Videobeweis in der B-Klasse nicht zugelassen ist. 

    Schiedsrichter schaut nicht auf das Handy

    Dank der Einsicht in ein von einem langjährigen Anhänger und Vater eines Spielers des SV Mölschbach gedrehten Spielvideos belegte die Rheinpfalz nun, dass der Schiedsrichter zwar das Zeichen zum Videobeweis gegeben hatte, dann zu Müller gelaufen sei und mit diesem kurz gesprochen hatte.

    Das Tor erkannte er schließlich dann aber an, ohne auf dessen Handy geblickt zu haben. 

    Entscheidung fällt am Dienstag

    "Es hat keinen Videobeweis gegeben. Das erkläre ich schon seit Tagen. Zum Glück ist das Video aufgetaucht", zitiert die Zeitung Müller.

    Warum der Schiedsrichter nach dem Spiel behauptete, dass er unmittelbar nach der fraglichen Szene auf das Handy geschaut hatte, kann sich Müller nicht erklären: "Das geht gar nicht. Es war so, dass er sich die Szene nach Spielende bei mir angeschaut hatte."

    Müller will das Video nun in die Verhandlung des brisanten Falles bei der Gebietsspruchkammer Westpfalz einbringen, die am kommenden Dienstag tagt.

    "Ich weiß nicht, wie der Verband jetzt reagiert und ob das Video ausreicht. Normalerweise dürfte es keine Spielwiederholung geben", hofft Müller.

  4. Was so mancher Neuzugang in einer kompletten Saison nicht erlebt, hat Roland Sallai in seinen ersten 41 Bundesliga-Minuten im Trikot des SC Freiburg mitgenommen.

    "Er hat sehr kompakt einmal alles abgeräumt", sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier nach dem 3:1 (2:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg bei Sky über den Mann des Spiels. "Er hat es sehr gut gemacht, ein Tor gemacht und einen Elfmeter herausgeholt - besser geht es nicht." (LIVETICKER zum Nachlesen)

    Historisch turbulentes Sallai-Debüt

    Das war aber noch nicht alles: Zudem sah Sallai noch die Gelbe Karte, musste dann aber nach einem Zusammenprall mit Schwindelgefühlen ausgewechselt werden. Solch eine ereignisreiche erste Halbzeit mit Tor, herausgeholtem Elfmeter, Gelb und vorzeitiger Auswechslung erlebte in der Bundesliga seit Beginn der detaillierten Datenerfassung 2004/05 noch kein Spieler. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

    Und während seine Kollegen mit den mitgereisten Fans den ersten Saisonsieg und zugleich ersten Auswärtssieg im Kalenderjahr 2018 bejubelten, versuchte Sallai in der Kabine wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

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    "Es geht Roland aber schon wieder besser. Falls es keine Schädelprellung ist, reicht es vielleicht für die Partie am Dienstag gegen Schalke", gab Trainer Christian Streich vorsichtig Entwarnung. Ein Ausfall wäre nach diesem Traum-Einstand besonders schmerzhaft. "Er bringt Beweglichkeit, Leichtigkeit und Tempo in unser Spiel, das brauchen wir", ergänzte Streich.

    Sallai trifft mit dem ersten Ballkontakt

    Um sein Können zu zeigen, benötigte Sallai keine Anlaufzeit. Völlig freistehend köpfte der ungarische Nationalspieler, der für 4,5 Millionen Euro von APOEL Nikosia gekommen war, in der siebten Minute zur Führung für die Breisgauer ein. Es war sein erster Ballkontakt – und zugleich der Auftakt der turbulenten Sallai-Show.

    Die Highlights der Partie in Bundesliga Pur am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV und STREAM auf SPORT1

    In der 21. Minute legte Wolfsburgs Renato Steffen Sallai im Sechzehner. Den fälligen Elfmeter von Nils Petersen parierte Koen Casteels zunächst, doch der Freiburger Torjäger köpfte im Nachsetzen zum 2:0 ein.

    Zusammenprall beendet Sallais Auftritt

    Noch vor der Pause war das Traum-Debüt von Sallai allerdings jäh beendet. Nach einem Zusammenprall mit Ignacio Camacho musste Sallai in der 41. Minute leicht benommen ausgewechselt werden.

    Alles zum 4. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im "CHECK24 Doppelpass" auf SPORT1 mit den Gästen Marcel Schäfer, Olaf Thon, Hamit Altintop und Reinhold Beckmann

    "Er hat einen Schlag gegen den Kopf bekommen, hatte ein bisschen Schwindel und hat nicht richtig gesehen", sagte Saier, der Camacho bei der Aktion keine Absicht unterstellte: "Er trifft ihn blöd. Er konnte dann nicht weitermachen, weil sein Sichtfeld eingeschränkt war. Das muss man ernst nehmen."

    Für den dritten Freiburger Treffer sorgte Kapitän Mike Frantz fünf Minuten nach Wiederbeginn. Admir Mehmedi (61.) gelang mit einem abgefälschten Flachschuss das Wolfsburger Ehrentor. 

    "Möglichst schnell abhaken und die Dinge aus dem Spiel ziehen, die gut waren", empfahl Bruno Labbadia seinen Profis. Dem VfL-Coach war nicht entgangen, "dass das Zwingende gefehlt hat".

  5. Fabian Giefer verließ das Stadion nach den vielleicht schwärzesten Minuten seiner Karriere keineswegs fluchtartig. Der Torwart des FC Augsburg nahm sich Zeit für Autogramme und machte Selfies mit Fans, sprechen wollte er aber nicht über die aus seiner Sicht grausame Szene beim 2:3 (2:1) gegen Werder Bremen. (Alle Ergebnisse im Überblick)

    "Selbst Manuel Neuer hat sich schonmal einen reingeschmissen, das ist halt so", sagte FCA-Manager Stefan Reuter milde, als er die entscheidende Situation beurteilte.

    Eine vollkommen harmlose Hereingabe von Bremens Max Kruse hatte Giefer in der 75. Minute unerklärlicherweise durch die Beine gelassen, dahinter stand Davy Klaassen und schob unbedrängt zum Siegtor für Werder ein.

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    Hinteregger hat Mitleid mit Giefer

    Für Augsburg war eine starke Leistung mit den Toren von Ja-Cheol Koo (45.+3) und Philipp Max (47.) am Ende nichts wert. "Ich möchte nicht in seiner Haut stecken", sagte FCA-Verteidiger Martin Hinteregger über den Pechvogel im Tor, der zunächst Pfiffe des eigenen Anhangs erlebte, aber kurz darauf auch wieder aufmunternde Rufe.

    Augsburgs Trainer Manuel Baum war emotional so mitgenommen, dass er zeitweise den Tränen nah schien, er bezeichnete diesen Samstag als "mit das Schwierigste, was ich bisher mitgemacht habe." Seine Einlassung zu Giefer war zweigeteilt. "Mit dem Mensch fühle ich in solchen Situationen natürlich mit", sagte Baum, um jedoch unmissverständlich anzufügen: "Seine Leistung hat er jetzt zweimal nicht gebracht."

    Denn, und das verstärkte die Wirkung von Giefers Aussetzer noch, er hatte bereits eine Woche zuvor beim 1:2 in Mainz gepatzt und nun die zweite Niederlage in Folge hauptsächlich zu verantworten. Der FCA hat nach dem vierten Spieltag statt acht nur vier Zähler. (LIVETICKER zum Nachlesen)

    Baum denkt über Torwart-Wechsel nach

    "Wir stehen jetzt nach zwei Spielen mit so heftigen individuellen Fehlern mit null Punkten da und es hätten mindestens vier sein müssen", sagte Baum, der später zugab, sich mit möglichen Konsequenzen - sprich einem Torwartwechsel - beschäftigen zu wollen.

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    Am Dienstag aber wartet das ungleiche Duell beim FC Bayern - und mit einem Unsicherheitsfaktor im Tor wird eine Sensation noch unwahrscheinlicher als ohnehin. "Diese Diskussion führen wir nicht", wiegelte Reuter bei der Frage nach einem Torwartproblem ab, er sagte vielmehr: "Wir halten zusammen, wenn es schwierig wird."

    Aber gegen Werder saß nur der 19-jährige Benjamin Leneis auf der Bank, weil der etatmäßige und erfahrene Reservekeeper Andreas Luthe verletzt fehlte. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

    Werder im Höhenflug

    Ob der am Oberschenkel lädierte Luthe beim Rekordmeister spielen kann, ist ungewiss, ob Leneis schon die Klasse hat, ist diskutabel. "Den Spielern, die bei uns im Kader sind, trauen wir auch zu, auf dem Platz zu stehen", sagte Reuter, bevor er Giefer empfahl, nicht lange zu hadern: "Es ist nicht leicht wegzustecken, aber er muss ruhig bleiben und fleißig arbeiten, das ist das A und O."

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    Ruhig bleiben ist auch das Motto an der Weser, obwohl die Grün-Weißen auch dank der Treffer von Kruse (34.) und Maximilian Eggestein (36.) erstmals seit 13 Jahren nach vier Bundesligaspielen ungeschlagen und vorerst in der Spitzengruppe platziert sind. Die Tabelle, sagte Manager Frank Baumann, "interessiert mich nicht."

    Da nahmen die Bremer wie Trainer Florian Kohfeldt lieber Anteil an der Gefühlswelt von Giefer: "Das wünscht man keinem, das ist das Brutalste. Ich hoffe, dass der Junge den Kopf oben behält."

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