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  1. Während der erfolgreichen Tour durch den Kontinent bis ins Halbfinale der Europa League konnte sich Eintracht Frankfurt auf seine stimmungsvollen Fans verlassen.

    Vor allem die Choreografien bei den Heimspielen sind noch in bester Erinnerung.

    Doch die Frankfurter Anhänger sorgen auch nach dem bitteren Ausscheiden beim FC Chelsea für positive Schlagzeilen.

    Viele von ihnen hatten sich bereits Tickets für das Finale am Mittwoch nächster Woche gesichert - in der Hoffnung, dass ihr Team nach Baku fährt. Doch der Traum platzte, statt der Eintracht stehen nun die "Blues" im Finale gegen den FC Arsenal. (Arsenal kritisiert Endspielort Baku)

    Eintracht-Tickets für SOS Kinderdorf

    Ein Großteil dieser Karten spenden die Fans nun an das SOS Kinderdorf in Baku. "Wir haben ca. 100 Tickets und haben mit dem Versand begonnen", schreibt der Initiator der Aktion "Ticketspende an Kinder in Baku" in einem Fan-Forum der "Adler".

    In der Hauptstadt Aserbaidschans gebe es "etliche Kinder, für die ein Europa-League-Finale eine riesige Erfahrung wäre, die normalerweise relativ unerschwinglich wäre", erklärt der Initiator dieser Benefiz-Aktion, die ihres Gleichen sucht, weiter.

    Mittlerweile könnte schon das gesamte Dorf ins Stadion geschickt werden, heißt es. Doch die Spendenbereitschaft dauert an, es werden immer noch Karten angeboten.

    "Wenn die Aktion weitergeführt werden soll, müssen neue Abnehmer her", teilte der Initiator mit.

  2. Hallo Fußball-Freunde,

    Glückwunsch zur Meisterschaft, FC Bayern! Auch den Abschied von Arjen Robben und Franck Ribéry haben sie - im Gegensatz zu anderen Dingen während der Saison - gut hinbekommen. Die beiden stehen dafür, dass sie immer bis zum Schluss alles geben. Das ist Mentalität.

    Aber wie es wohl mit Jérôme Boateng weitergehen mag? Das ist der einfachste Wechsel, den die Bayern verkünden könnten. Wenn du Boateng mitteilst, dass er und Mats Hummels sich um jetzt nur noch einen Stammplatz streiten (wegen des Transfers von Lucas Hernández von Atlético Madrid, Anm. d. Red.), dann ist das hart.

    Die Bayern werden überlegen, was sie machen, das sind sie einem Spieler wie Boateng schuldig. Er hat einfach zu lange in München gespielt, es tut ihm schon weh. Das konnte man auch bei der Titelfeier im Stadion erahnen.

    Und dann ist da ja einmal mehr die Situation um Niko Kovac: Fakt ist, dass Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge über ihn unterschiedlicher Meinung sind. Bei einem Klub wie dem FC Bayern darf so etwas aber doch nicht sein. Hasan Salihamidzic als Sportdirektor muss momentan deshalb zwangsläufig rumeiern, denn: Wenn er sagt, dass Kovac bleibt, gibt es von der einen Seite Druck. Wenn Salihamidzic sagt, der Trainer geht, von der anderen Seite.

    Ich verstehe die Welt sowieso nicht mehr, wenn nach einem schlechten Spiel die Diskussion jedes Mal wieder losgeht. Kovac ist hochanständig und eine Bereicherung für die Liga. Als Mensch in diesem Geschäft finde ich ihn sehr richtig.

    Da sind die Bayern während der Saison nicht gut mit ihm umgegangen, so darfst du einen Trainer auf dem Niveau nicht behandeln. Wenn man das Gefühl hat, hier wartet eine Fraktion nur auf das erste 3:3 gegen Düsseldorf, dann ist das und die Debatte um Kovac den Bayern unwürdig.

    Kovac-Saison mit Double sehr okay 

    Die Anhänger mit ihren Plakaten in der Allianz Arena haben dafür ein Gespür: Ein Verein, der ein volles Stadion und Fan-Wucht haben will, der muss auch das registrieren. Ich finde: Wenn du einen Trainer schwächst, dann wird die Mannschaft nicht besser. Die Saison ist okay, mit einem Double sehr okay.

    Angesichts der Trainerdiskussion um Kovac auch noch ein paar Worte zu Jürgen Klopp: Jürgen Klopp heute und Jürgen Klopp vor zehn Jahren, auch das ist unterschiedlich. Früher haben wir gesagt, er sei nur der Motivationstrainer oder er nehme nur die Emotionen aus der Dortmunder Südkurve mit.

    Heute in Liverpool sieht man jedoch, dass er die Mannschaft nach einem Plan spielen lässt. Das musst du Kovac auch zugestehen, sich zu entwickeln. Es würde Bayern nicht schaden, mal nach Liverpoolzu Klopp zu blicken. Ich glaube nicht, dass das Modell des FC Bayern sonst zukunftsträchtig ist - jedenfalls nicht mit Kovac.

    Beim BVB wurde zu viel gequasselt

    Was Borussia Dortmund als Vizemeister angeht: Die Saison als gut zu bezeichnen, ist berechtigt. Allerdings muss ich auch sagen: Wenn du weniger redest und einfach machen lässt - beispielsweise gegen Bayern, wo der BVB auf einmal alles umstellt - dann läuft es vielleicht noch besser. Wenn du den jungen Spielern nicht reinredest, dann kannst du die Saison vielleicht anders weiterspielen. Stattdessen irgendwelche Ansprüche zu formulieren? Da ist beim BVB zu viel gequasselt worden.

    Wer sich über das Dortmunder Führungstor im Titel-Showdown bei Borussia Mönchengladbach aufregen mag und den anschließenden Videobeweis, dem sei gesagt: Wir können doch nicht jedes Mal eine pseudo-religiöse Diskussion führen. Wenn wir den Videobeweis haben, müssen wir die Diskussion darüber mal langsam abschaffen. Es ging darum, ob der Ball bereits mit vollem Umfang hinter der Torlinie war.

    Schiedsrichter Manuel Gräfe hat das hinterher doch prima erklärt: Er hat auf Tor entschieden, der Kölner Keller hat danach zum Review gebeten und keine Fehlentscheidung gesehen - also blieb Gräfe bei seiner Entscheidung. Diese Situation spricht keineswegs gegen den Videoassistenten.

    Bis demnächst,
    Euer Marcel Reif

    Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

  3. Die Meisterschaft in der U19-Junioren-Bundesliga wird zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart entschieden.

    Der Nachwuchs des BVB gewann das Halbfinal-Rückspiel gegen Erzrivale Schalke 04 mit 2:0 (1:0), das Hinspiel hatte 2:2 geendet. Stuttgart zog mit einem 3:2 im Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg in das Endspiel ein, das am 2. Juni (ab 12.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Großaspach ausgetragen wird.

    Tobias Raschl schoss die Dortmunder Gastgeber, die vor zwei Jahren ihre siebte Meisterschaft gewonnen hatten, in der 43. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung. Enrique Pena-Zauner (58.) sorgte per Freistoß für die Entscheidung.

    Auch die "Wölfe" gingen zunächst vom Punkt in Führung: John Yeboah verwandelte in der 27. Minute einen Foulelfmeter, Leon Dajaku (77.) rettete die Schwaben mit dem Ausgleich ins Elfmeterschießen. 

    Dort avancierte VfB-Keeper Sebastian Hornung mit zwei parierten Elfmetern zum Matchwinner des Rekordsiegers, der bisher zehnmal den Meistertitel gewinnen konnte. Das Hinspiel zwischen den Meistern der Staffeln Nord/Nordost und Süd/Südwest am vergangenen Dienstag war torlos geblieben.

  4. Manfred Burgsmüller war, so sagte er selbst, ein "komischer Fußballer". Wem das zu negativ war, der nannte den quirligen Blondschopf liebevoll das größte Schlitzohr der Bundesliga-Geschichte.

    Burgsmüller war ein Pott-Original, seinen einzigen Meistertitel holte er aber im Trikot von Werder Bremen - als Enddreißiger. 

    Nun ist "Manni", wie ihn alle riefen, überraschend im Alter von 69 Jahren in Essen gestorben. Das bestätigte sein langjähriger Klub Borussia Dortmund bestätigte am Montagabend. Demnach soll sein früher Tod ein natürlicher gewesen sein. 

    BVB trauert um Burgsmüller

    "Manni Burgsmüller war das Idol einer ganzen Generation. Ich habe ihn sehr gerne Fußballspielen gesehen", erklärte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke: "Er ist der Bundesliga-Torschützenkönig unseres Vereins. Ein großer Borusse. Die Nachricht von seinem Tod hat mich erschüttert."

    Auch Reinhard Rauball zeigte sich tief betroffen. "Manni Burgsmüller war Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre das Gesicht von Borussia Dortmund. Er vereinte alle Facetten, über die ein Torjäger verfügen kann", sagte der BVB-Präsident: "Es ist schade, dass ihm bei der Nationalmannschaft nie jene Wertschätzung zuteil geworden ist, die ihm aufgrund seiner Qualität und seiner Raffinesse zustand. Persönlich war er ein sehr angenehmer, witziger und geradliniger Typ, mit dem man sich einfach gerne umgab. Die BVB-Familie wird Manni Burgsmüller sehr vermissen."

    Zweite Karriere als Football-Profi

    Zuletzt ging es Burgsmüller nicht mehr gut. Wie die Zeitung berichtete, litt er an Arthrose in den Füßen, ging am Stock. 21 Jahre als Bundesliga-Profi hatten Spuren hinterlassen, ebenso, dass er auch danach nicht vom Leder lassen konnte.

    Dies war am Schluss nicht mehr rund, sondern ein Ei, als Burgsmüller bei Rhein Fire noch mit 52 Jahren als Kicker auflief und als ältester Football-Profi der Welt galt. 

    Burgsmüller, das kann man mit Nachdruck sagen, hat seine Karriere ausgekostet. Den letzten seiner 213 Bundesliga-Treffer, die viertmeisten überhaupt und mehrheitlich im BVB-Trikot, erzielte er mit fast 40 Jahren für Werder Bremen. Da passt es irgendwie, dass er just am jenem Samstag starb, an dem Claudio Pizarro zum ältesten Bundesliga-Torschützen der Geschichte wurde.

    Burgsmüller bestritt drei Länderspiele

    Um Burgsmüller war es zuletzt stiller geworden. Er war ein Original, aber keines, das in den Vordergrund drängte, keiner, der nur noch über Sprüche auffallen wollte. Vielleicht ist das einer Laufbahn geschuldet, in der er Tor um Tor schoss, und dennoch stetig unter dem Radar flog.

    "Man konnte mich keiner Position zuordnen. Bis heute weiß man wohl nicht, ob Burgsmüller eine Nummer neun oder ein Zehner war", sagte er dem Blog "Jawattdenn" seines Ex-Klubs Rot-Weiß Essen: "Ich war irgendetwas dazwischen. Ich war überall auf dem Platz, vor allem in Tornähe. Die Trainer der Nationalmannschaft setzten auf Spieler, die sich an ihre taktischen Vorgaben und Positionen hielten. Ich war anders, ich passte zum Beispiel Helmut Schön wohl nicht ins Konzept."

    Nur drei Länderspiele bestritt Burgsmüller, beim Neuaufbau nach dem WM-Desaster 1978 wurde er links liegengelassen. Zu alt sei er. Und wie aus Trotz knipste er noch elf weitere Jahre. 

    Meister mit Werder Bremen

    Otto Rehhagel glaubte an Burgsmüller, grub ihn bei Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga für Werder aus. "Der sah mich spielen und sagte: 'Den will ich haben, der ist topfit!'", erinnerte sich Burgsmüller: "Und zur Krönung wurde ich dann im hohen Fußballer-Alter endlich Meister!"

    1988 war das, Werder läutete damit goldene Jahre ein, auch deshalb wollten sie Burgsmüller an der Weser ein Denkmal errichten. Doch dies hatte er sich schon selbst gesetzt.

    Mit einem Tor im Jahr 1986, gegen Kaiserslautern und Torwart Gerald Ehrmann, das nur Manni, dieses Riesen-Schlitzohr, schießen konnte.   

    "Der Ehrmann hält den Ball, ich lieg' so neben dem Tor, rappel mich wieder auf und will wieder zur Mitte. Da seh' ich, wie der Gerri vor sich hinpennt, geh' zu ihm und schubs' dem mit der Hand die Pille aus dem Arm. Fällt der Ball auf den Boden, und ich schieb' ihn rein." So einfach war das in der guten alten Zeit. Burgsmüllers Zeit. 

  5. Das erste Halbfinale um die deutsche Meisterschaft in der U19-Bundesliga wurde zum Krimi.

    Erst im Elfmeterschießen setzte sich der VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg durch und steht damit im Finale gegen Schalke 04 oder Borussia Dortmund (So., 2. Juni, ab 12.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

    Hornung wird zum Helden

    Zum Helden der Schwaben wurde Torhüter Sebastian Hornung, der zwei Elfmeter hielt. Den entscheidenden Schuss setzte Wolfsburgs Charles-Jesaia Herrmann über das Tor.

    Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Das Hinspiel zwischen beiden Teams endete in Stuttgart 0:0.

    Da in der U19-Endrunde die aus dem Europapokal bekannte Auswärtstorregel nicht angewandt wird, musste die Entscheidung sofort nach den 90 Minuten im anschließenden Elfmeterschießen fallen.

    Die Führung für die Gastgeber in der regulären Spielzeit erzielte John Yeboah per Elfmeter (27.), nachdem Alexander Kopf Phillip König im Strafraum zu Fall gebracht hatte.

    Stuttgart aber kämpfte sich zurück ins Spiel und kam durch einen strammen Linksschuss von Leon Dajaku zum verdienten Ausgleich.

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